Besinnliches-reflective
 


Abschied

Der Tod hat keine Bedeutung -
ich bin nur nach nebenan gegangen.
Ich bleibe, wer ich bin,
und auch Ihr bleibt dieselben.

Was wir einander bedeuteten, bleibt bestehen.
Nennt mich bei meinem vertrauten Namen.
Sprecht in der gewohnten Weise mit mir
und ändert Euren Tonfall nicht!

Hüllt Euch nicht
in Mäntel aus Schweigen und Kummer.
Lacht wie immer
über die kleinen Scherze, die wir teilten.

Wenn Ihr von mir sprecht, so tut es ohne Reue
und ohne jegliche Traurigkeit.
Leben bedeutet immer nur Leben
- es bleibt so bestehen, immer -
ohne Unterbrechung.

Ihr seht mich nicht,
aber in Gedanken bin ich bei Euch.
Ich warte eine Zeit lang auf Euch
- irgendwo, ganz in der Nähe -
nur ein paar Straßen weiter.

Henry Scott-Holland


Spuren im Sand

Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging mit meinem Herrchen am Meer entlang.
Vor dem dunklen Nachthimmel erstrahlten, Streifenlichtern gleich, Bilder aus meinem Leben. Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand, meine eigene und die meines Herrchens.

Als das letzte Bild an meinen Augen vorüber-
gezogen war, blickte ich zurück. Ich erschrak, als ich entdeckte, dass an vielen Stelles meines Lebensweges nur eine Spur zu sehen war. Und gerade das waren die schwersten Zeiten meines Lebens.

Besorgt und irretiert fragte ich mein Herrchen:
" Herrchen, als ich anfing, dir zu folgen, da hast du mir insgeheim versprochen, auf allen Wegen bei mir zu sein.
Nun aber sehe ich, dass in meinen schwersten Zeiten nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?"

Mein Herrchen sah mich an und sagte:
" Mein lieber Hund, ich liebe dich und werde dich nie allein lassen, erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten. Ich habe es dir versprochen.

Dort, wo du nur EINE Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen."


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Viele, die ihr ganzes Leben der Liebe widmen, können uns weniger über sie sagen, als ein Kind, das gestern seinen Hund verloren hat.
(Verfasser unbekannt)


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Wie kannst Du das zulassen?

Ich sah die Hunde in ihren Zwingern im Tierheim,
Abfall der menschlichen Gesellschaft.
Ich sah in ihren Augen Liebe und Hoffnung,
Furcht und Verzweiflung,
Traurigkeit und Betrug.
Und ich war böse. 
"Gott", sagte ich
"das ist schrecklich!
Warum tust Du nicht etwas?"
Gott schwieg einen Augenblick und erwiderte dann leise:
"Ich habe etwas getan -
ich habe Dich geschaffen."
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